Wie wird aus einem Auto eigentlich ein Inserat? Den Großteil meiner Shootings mache ich für 9elf Hamburg und für Kickdown, und der Ablauf ist fast immer derselbe. Sechs Schritte, vom Auto auf dem Hof bis zu den fertigen Bildern.

1. Standort und Licht
Bevor die Kamera rauskommt, schaue ich mir das Auto an und suche den Platz. Bei 9elf ist das meistens direkt vor der Halle am Nedderfeld, bei Kickdown dort, wo das Auto gerade steht. Dann das Licht: Sonne, Wolken, Uhrzeit. Bei hartem Licht drehe ich lieber das Auto, als gegen die Sonne anzukämpfen.
2. Außen rundum
Front, Front Dreiviertel, Seite, Heck Dreiviertel, Heck, einmal komplett ums Auto, dazu jedes Rad einzeln. Immer aus derselben Höhe und meistens tief, ungefähr auf Höhe der Räder. So sieht das Auto in jedem Bild gleich aus, und das Inserat wirkt wie aus einem Guss.

3. Die Drohne
Einmal von oben, fast bei jedem Shooting. Kein anderer Blick zeigt die Linie eines Autos so klar, und im Inserat hebt sich so ein Bild sofort von den anderen ab.

4. Innenraum und Motor
Für Käufer oft wichtiger als die Außenansicht. Sitze, Rückbank, Türverkleidungen, Himmel, Fußraum, Lenkrad, Cockpit und Instrumente mit Kilometerstand. Dazu der Kofferraum mit Reserverad und der Motorraum. Hier geht es um Zustand, nicht um Show. Was abgenutzt ist, darf man sehen.

5. Details
Felgen, Bremsen, Schriftzüge, Typenschild und alles, was ein Auto besonders macht, vom Sport Chrono bis zum alten Radio. Wenn es geht, gehört auch der Unterboden dazu. Dafür kommt das Auto auf die Hebebühne, und ich fotografiere Achsen, Leitungen, Auspuff und alles, was ein Käufer sonst erst in der Werkstatt sehen würde.


6. Bearbeitung und Export
In der Bearbeitung bleibt die Farbe so, wie das Auto wirklich aussieht. Ein Inserat, das schöner ist als das Auto, bringt am Ende niemandem etwas.
Vieles bearbeite ich kundenspezifisch. Jeder Kunde hat seinen eigenen Look, eigene Formate und eigene Wünsche, wie die Bilder ins Inserat kommen. Darunter liegt aber immer derselbe feste Standard, bei jedem Auto: echte Farben, saubere Belichtung, gerade Linien und eine Bildstrecke, die von der ersten bis zur letzten Aufnahme zusammenpasst.
Das war es. Klingt einfach, ist es auch, solange man jeden Schritt jedes Mal gleich sauber macht.